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Künstliche Intelligenz
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© Getty Images/AF-studio

KI-Strategien im Vergleich

Text: Miriam Rönnau

Wer im Bereich Künstliche Intelligenz die Führung übernimmt, wird Herrscher der Welt“: Ein Statement des russischen Präsidenten Wladimir Putin, das dem Technologie-Rennen Dramatik verleiht. Nicola Beer, FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, weiß darum. Ihre Antwort heißt Europa. Sie appelliert an Europa, die führende Rolle zu übernehmen: „Wer Vorreiter ist, definiert Normen und Standards – nicht nur in Europa, sondern weltweit.“ Was den europäischen Weg auszeichnet? Es ist ein menschenzentrierter. Künstliche Intelligenz (KI) soll den Bürgern dienen – nicht wie in China auch dem Staat zu Überwachungszwecken.

Zurzeit haben die USA und China einen klaren Vorsprung. Was die Länder so erfolgreich macht? Die KI-Entwicklung wird vor allem von der Privatwirtschaft vorangetrieben, besonders von jungen Unternehmen und global operierenden Internetkonzernen – auch wenn sich die chinesische Regierung mit rund 135 Milliarden Euro deutlich an der Weiterentwicklung beteiligt.

„Während sich in den USA Tendenzen hin zu einer weiteren Deregulierung zeigen, werden in China Trends zu einer verstärkten staatlichen Kontrolle der großen Technologie­unternehmen deutlich“, heißt es auch in der Studie „Vergleich nationaler Strategien zur Förderung von Künstlicher Intelligenz“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung. Doch beides würde die Verbreitung amerikanischer und chinesischer KI-Lösungen kaum bremsen. In Europa fehlen globale Player – teils aus Skepsis gegenüber Technologie und einer daraus resultierenden Schutzhaltung der Politik, teils in Ermangelung von Investitionen. Was es jetzt braucht, ist für Beer klar: eine gemeinsame Strategie, um Wissenschaft und Wirtschaft länderübergreifend zusammenzubringen.