Digital Think Tank
Mobilität von morgen
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© DUB Think Tank/Dennis Gritzke

Geteiltes Auto-Land

Text: Brigitte Zypries

Mein Auto habe ich im April verkauft. Ich fahre nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Share Now. Allein in Berlin gibt es aktuell 5.500 Sharing-Autos und 20.000 sonstige Mietfahrzeuge. Und da sind die neuen E-Tretroller noch gar nicht ­ein­gerechnet. In der Hauptstadt spüre ich aktuell Aufbruchstimmung. Es gibt so viele neue Mobilitäts­anbieter, dass man schon fast den Überblick verliert. 

Aber kaum verlässt man die Großstadt, sieht die Welt ganz anders aus. Dort merkt der Bürger oftmals gar nicht, dass längst Bewegung in den Mobilitätsmarkt gekommen ist. Sharing beispielsweise ist auf dem Land kein Thema. Zu groß sind die Entfernungen. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr muss verbessert werden; auch kleine Sam­melbusse könnten eine Option sein. Doch aktuell ist ein eigenes Auto fast ein Muss. Allenfalls überlegt man sich, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Laden kann man das dann ja in der eigenen Garage.

Ich auf der anderen Seite wohne im dritten Stock eines Berliner Altbaus und wäre auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Doch in der Nähe meiner Wohnung gibt es keine. Wollen wir die E-Mobilität voranbringen, brauchen wir flächendeckend Ladesäulen. Doch das allein reicht nicht. Solange der Strom, mit dem wir Autos laden, mehrheitlich aus fossilen Energieträgern gewonnen wird, nützt uns das ökologisch betrachtet rein gar nichts.

Für mich persönlich liegt die Zukunft der Mobilität sowieso im Wasserstoff. Eine Tech­nologie, an der viele ausländische Automobilkonzerne bereits arbeiten und an der die deutschen Hersteller arbeiten sollten. Denn die Vorteile von Wasserstoff liegen auf der Hand: Das Auftanken geht fast so schnell wie beim Benziner, und die Reichweite ist höher als die eines E-Autos.

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Mehr zu dem Thema gibt es im Exklusiv-Interview: