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Mobilität von morgen
6/12

Null ist das Ziel

Antrieb ist für Toyota ein zentrales Thema. Ob bei der Motorisierung von morgen, der Transformation zum Mobilitätsanbieter oder dem Ziel, die Welt zu retten. Im Live-Talk verrät Deutschland-Chef Alain Uytten­hoven, wie viel Energie worin steckt.

Alain Uyttenhoven schmunzelt – gerade bei den unbequemen Fragen. Allerdings lächelt der seit 2018 amtierende Chef von Toyota in Deutschland nichts weg. Im Gegenteil: Er argumentiert überlegt und doch leidenschaftlich. Aber er bleibt stets positiv. Vor allem mit Blick auf die Mobilität von morgen.

Alain Uyttenhoven über Hybridantriebe:

Sie müssen immer eine technische Lösung parat haben, die von Menschen auch wirklich gekauft wird. Wir werden in diesem Jahr knapp 1,9 Millionen elektrifizierte Autos anbieten, die sowohl Verbrennungsmotor als auch Elektroantrieb haben. In vielen Städten fahren die Taxen wahrscheinlich 50 Prozent der Zeit mit Elektroantrieb und damit CO2-frei. Deshalb waren Hybride für uns die erste Lösung. Und: Wir haben in bestimmten Regionen wie in der EU Ziele zu erfüllen – ab 2020 ist das ein Ausstoß von maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer. Wir wissen, dass wir mit der Hybridlösung die Vorgaben und sogar ein bisschen mehr erreichen werden. Und können so ein paar CO2-Zertifikate an Partner weiterreichen.

... über neue Antriebsarten, die Toyota anbietet:

Es muss in Zukunft mehrere Lösungen parallel geben, die dem Ziel dienen, den Planeten zu retten – sprich CO2 weltweit zu reduzieren. Je nach den lokalen Gegebenheiten und Gesetzen kommen dabei mehrere Lösungen zum Einsatz: die Hybridlösung, die wir im Moment schon haben, aber auch die Elektro- oder die Wasserstofflösung. Die E-Lösung ist von der chinesischen Regierung so gewünscht. Deshalb bieten wir sie an. Natürlich könnte das auch perfekt in Norwegen passen. Die dortige Regierung hat Sonderprivilegien für Elektrofahrer geschaffen. Ich würde es fast als Habitat definieren, in dem Elektroautos sehr gut verkauft werden könnten.

... über die Nachfrage nach Brennstoffzellen-Fahrzeugen:

Das Brennstoffzellen-Fahrzeug heute müssen Sie so wie ein Hybridauto vor 20 Jahren betrachten. Die Kosten sind noch relativ hoch – so ein Auto kostet etwas unter 80.000 Euro. Das liegt deutlich über dem Preisniveau für normale Privatkunden. Mit der heutigen Generation produzieren wir 3.000 Autos jährlich – eine homöopathische Menge, mit der wir die Lösung erproben. Aber in der nächsten Generation, die schon bald kommt, werden wir 30.000 ­Mirai pro Jahr bauen. Und das wird dann zum Sprungbrett für die Massenproduktion der Zukunft.

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